Sommer, Sonne, Gicht – Grillen mit Gicht genießen

Gicht ist mittlerweile zu einer klassischen Volkskrankheit avanciert. Laut der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) sind hierzulande rund eine Million Menschen betroffen. [1] Davon 80% Männer, oft schon ab dem 40. Lebensjahr. Aber auch Frauen nach der Menopause sind vermehrt erkrankt. [2] Dabei treffen akute Gichtattacken häufig Menschen an lauen Sommertagen nach gemütlichen Grillabenden.

Warum Betroffene besonders im Sommer nach dem Grillen an Gichtschmerzen leiden, und wie natürliche Mittel wie die Montmorency-Sauerkirsche helfen können, erklären wir in diesem Beitrag.

Ärzte warnen: Grillsaison ist Gichtsaison

Sobald die Temperaturen steigen, wird voller Freude die langersehnte Grillsaison eröffnet. Unmengen an Wurst, Steak und Bier werden verspeist. Allerdings sind es genau diese Grillabende mit Bratwurst, Bier und Co. die Gicht-Symptome verstärken und den Harnsäurespiegel in die Höhe schnellen lassen.

Dr. Uta Kiltz, Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie am Rheumazentrum Ruhrgebiet, weist daraufhin, dass insbesondere Alkohol, gesüßte Softgetränke, Fleisch und Meeresfrüchte zahlreiche Purine enthalten und die Hauptnahrungsmittel für erhöhte Harnsäurewerte sind. [1]

Werden nämlich über die Nahrung durchweg mehr Purine aufgenommen als ausgeschieden, steigt die Harnsäure-Konzentration im Blut. Kann die Harnsäure nicht mehr entsprechend im Blut gelöst werden, lagert sie sich in Form von Harnsäurekristallen in den Gelenken ab (= Hyperurikämie). Dies führt auf Dauer zu Gelenkschmerzen und Entzündungen  in den Gliedmaßen und löst einen akuten Gichtanfall aus.

Entstehung von Harnsäure und Gicht

Während Fisch je nach Art sogar mehr Purine enthält als Fleisch, lässt im Bier, auch bei alkoholfreien Sorten, die Bierhefe den Harnsäurespiegel ansteigen. Bei nicht alkoholfreien Getränken hemmt zusätzlich der Alkohol die Ausscheidung der Harnsäure. Sodass sich bei Betroffenen schnell ein Überschuss an Harnsäure entwickeln kann.

“Wer auf diese Lebensmittel verzichtet, oder den Genuss immerhin stark einschränkt, kann den Verlauf seiner Gichterkrankung deutlich positiv beeinflussen,“ erklärt Dr. Kiltz. [3]

Montmorency-Sauerkirschen gegen Gicht

Seit Jahrzehnten nehmen Menschen mit Arthritis und Gicht Sauerkirschsaft zur Linderung ihrer Symptome. Bereits Hildegard von Bingen beschrieb die gesundheitlichen Vorteile dieser außergewöhnlichen Frucht.  Die positive Wirkung von Montmorency-Sauerkirschen bei Gicht wird mittlerweile durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt.

So kann diese Kirschsorte nicht nur die Harnsäure senken, sondern auch Folgeerkrankungen wie Gicht lindern.

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Montmorency Sauerkirsche TestsiegerMontmorency Sauerkirsche Testsieger

Ein Blick auf die Studienlage

Die Montmorency-Sauerkirsche hebt sich von anderen Kirschsorten ab. Denn mit ihrem außergewöhnlich hohen Gehalt an Anthozyanen (rot-violette Farbstoffe), Flavonoiden und Polyphenolen wirkt sie schmerzlindernd und entzündungshemmend. Auf Dauer kann eine Einnahme von Montmorency-Sauerkirsch-Extrakten somit auch schädlichen Langzeitfolgen wie Gelenk- und Knorpelverschleiß entgegenwirken.

  1. Sauerkirschen reduzieren Gichtattacken – Eine an der Boston University durchgeführte Studie an über 630 Gicht-Patienten zeigte, dass Sauerkirschen akute Gichtanfälle um bis zu 35% reduzieren konnten. Ein Sauerkirsch-Extrakt verringerte die Gichtattacken nachweislich um bis zu 45%. Während die Kombination aus Allopurinol und Montmorency-Sauerkirschen sogar einen Rückgang von bis zu 75% bewirkte. Link zur Studie
  2. Sauerkirschen steigern die Harnsäure-Ausscheidung – Eine weitere Studie an der University of California bestätigte den positiven Einfluss von Sauerkirschen auf die Ausscheidung von Harnsäure über den Urin. Diese stieg bei einer sauerkirschreichen Ernährung auf bis zu 75%. Link zur Studie
  3. Sauerkirschen reduzieren die Harnsäure-Konzentration im Blut – Eine im Jahr 2014 durchgeführte Studie zu Montmorency-Sauerkirschen zeigte, dass bei der Einnahme von 30ml Montmorency-Sauerkirschsaft-Konzentrates die Harnsäure-Konzentration im Blut um bis zu 30% reduziert und die Harnsäure-Ausscheidung um bis zu 250% erhöht wurde. Link zur Studie
  4. Sauerkirschen reduzieren Entzündungen – In einer Pilotstudie der Universität Memphis haben Probanden über einen Zeitraum von vier Wochen täglich Kirschsaft konsumiert. Als Ergebnis konnten Forscher den Rückgang von Entzündungen beobachten, welche mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert werden. Link zur Studie

Diese Ergebnisse und zahlreiche Selbstversuche von geplagten Gicht-Patienten untermauern die seit Generationen bekannte Wirkung von Sauerkirschen und insbesondere von Montmorency-Kirschen bei Gicht.

frische Montmorency Sauerkirschen am Kirschaum

Fazit

Montmorency-Sauerkirschen haben ein therapeutisches Potential zur Behandlung und Vorbeugung von erhöhter Harnsäure und akuten Gichtattacken. Dauerhaft eingenommen können sie Gichtsymptome lindern und langfristig die Harnsäure senken.

Um im Sommer akute Symptome nach entspannten Grillabenden zu verhindern, bietet sich eine Ernährungsumstellung an, um den Harnsäurespiegel niedrig zu halten. Alternativ kann eine frühzeitige Einnahme von Montmorency-Sauerkirschen oder praktischem Montmorency-Sauerkirschsaft-Konzentrat die Ausscheidung der Harnsäure unterstützen und Entzündungen im Körper lindern. Für Diabetiker gibt es Montmorency-Sauerkirsch-Kapseln mit hochkonzentriertem Extrakt und einem besonders geringen Anteil an Fruchtzucker. 

Rezepte bei Gicht – Mit Sauerkirschen


Gegrillter Lachs mit Cherry-Salsa

Zutaten für 4 Personen

Gigrillter Lachs mit Cherry-Salsa
Gegrillter Lachs mit Cherry-Salsa
  • 1 Tasse gefrorene Montmorency Sauerkirschen, aufgetaut, abgetropft und halbiert
  • ca. 800 g frisches Lachsfilet mit Haut
  • 3 Esslöffel brauner Zucker
  • 1 Esslöffel Orangenzesten (unbehandelt)
  • ½ Teelöffel Pfeffer, grob gemahlen
  • 1 reife Mango oder Papaya, entsteint, geschält und gewürfelt
  • 2 Esslöffel frische Minze, Basilikum oder Koriander, geschnitten
  • 2 Teelöffel Balsamico-Essig
  • ¼ Teelöffel roter Pfeffer, zerdrückt
  • 1 Zedernholzbrett

Zubereitung

  1. Vermengen Sie den braunen Zucker, die Orangenzesten und den Pfeffer.
  2. Legen Sie den Lachs mit der Hautseite nach unten in einen flachen Behälter und reiben Sie ihn mit der Zuckermixtur ein. Abgedeckt für 2 bis 8 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  3. Nehmen Sie den Lachs nun heraus und lassen ihn gut abtropfen. Mit der Hautseite nach auf ein gewässertes Zedernholzbrett und anschließend auf den Grill legen. Ca. 15 min. mit geschlossenem Deckel garen. Besonders wichtig ist, den Lachs nicht zu wenden.
  4. In der Zwischenzeit vermengen Sie die Montmorency Sauerkirschen mit der Mango oder der Papaya, der Minze, dem Essig und dem roten Pfeffer. Geben Sie die Salsa über den noch warmen Fisch und servieren Ihn frisch zubereitet.

Couscoussalat

Zutaten für 6 Portionen

Couscoussalat
Couscoussalat
  • 1 Tasse Wasser oder Hühnerbrühe
  • ¾ Tasse Couscous, ungekocht
  • ½ Tasse getrocknete Montmorency-Kirschen
  • ½ Tasse grob gehackte Karotten
  • ½ Tasse gehackte, ungeschälte Gurke
  • ¼ Tasse Frühlingszwiebeln in Streifen
  • ¼ Tasse geröstete Pinienkerne
  • 3 TL Balsamico-Essig
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 TL Dijon-Senf
  • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Zubereitung

  1. Wasser oder Brühe in einem Topf zum Kochen bringen und den Couscous einrühren. Vom Herd nehmen und bedeckt etwa 5 Minuten ziehen lassen. Den Couscous mit einer Gabel auflockern und noch einmal 10 Minuten ohne Deckel stehen lassen.
  2. Den Couscous mit den getrockneten Montmorency-Kirschen, den Karotten, der Gurke, den Frühlingszwiebeln und den gerösteten Pinienkernen in einer großen Schüssel vermischen.
  3. Die Zutaten für das Dressing in einer zweiten Schüssel gut vermengen und über den Couscous-Mix gießen. So lange verrühren, bis alle Zutaten gut mit dem Dressing vermischt sind. Nun mit Salz und Pfeffer abschmecken und gekühlt oder bei Zimmertemperatur servieren.

Beerenshake

Zutaten für 2 Portionen

Beerenshake mit Blaubeeren, Erdbeeren und Himbeeren
Beerenshake
  • 100 g Blaubeeren
  • 100 g Erdbeeren
  • 100 g Himbeeren
  • 2 TL Sauerkirschkonzentrat
  • 300 ml Sojamilch/Dinkelmilch/Hafermilch
  • Minzblatt

Zubereitung

  1. Die Zutaten – ggf. zusammen mit Eis – in einen Mixer geben und gut durchmixen.
  2. Danach in ein gekühltes Glas geben und mit einem Minzblatt oder einer Zitronenscheibe garnieren.

Quellen

  1. Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, 2016. DGRh veröffentlicht Leitlinie zur Gicht. Link zur Leitlinie
  2. Apotheken Umschau, 2015. Gicht: Ursachen, Symptome, Therapie. Link zum Bericht
  3. Bild der Frau, 2019. So bekommen Sie die Kontrolle über Gicht-Ursachen. Link zum Bericht

C. Weber

Student der Humanmedizin bei Heinrich-Heine-Universität
Ich studiere im 8.Semester Humanmedizin und befasse mich zusätzlich privat seit mittlerweile 10 Jahren mit den Themen Ernährung, Nahrungsergänzung, Fitness und Gesundheit. Mich fasziniert die Idee, durch gesunde Ernährung, Bewegung und den gezielten Einsatz von Pflanzenextrakten und Supplementen Krankheiten vorzubeugen, bevor diese entstehen können. Mit meiner Tätigkeit als freier Autor versuche ich, anderen Menschen Wissen über Ernährung und Nahrungsergänzung nahe zu bringen, damit sie sich eigenverantwortlich für ihre Gesundheit einsetzen können.

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